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Dekubitus als Todesursache – Was zeigt die Obduktion?

Prof. Dr. Michael Tsokos

 

Ein hochbetagter Patient mit schweren Dekubitusgeschwüren (umgangssprachlich: „Wundliegen“) stirbt unter ungeklärten Umständen. Der leichenschauende Arzt vermutet einen nicht natürlichen Tod.

Was ist ein Dekubitus?

Ein Dekubitus ist eine druckbedingte Schädigung der Haut und des darunterliegenden Gewebes. Er entsteht durch anhaltenden Druck, häufig bei bettlägerigen Personen.

Kategorien von Dekubitus:

  • Kategorie 1: Hautrötung
  • Kategorie 2: Teilverlust der Oberhaut
  • Kategorie 3: Vollständiger Gewebeverlust, freiliegendes Fettgewebe
  • Kategorie 4: Freiliegender Knochen, Muskel oder Sehne

Der Fall im Detail

Die Obduktion zeigt: Zwei schwere Dekubitusgeschwüre der Kategorie 3 im Gesäßbereich sowie ein weiteres Geschwür über dem Steißbein (Kategorie 4). Hinweise auf Mobilitätsstörungen, Diabetes oder arterielle Verschlusskrankheit werden ausgeschlossen.

Rechtsmedizinische Bedeutung

Dr. Tsokos erklärt, wie solche Wunden forensisch eingeordnet werden, worauf bei der rechtsmedizinischen Untersuchung geachtet wird und ob eine Sepsis als Todesursache in Frage kommt.

Dekubitus ist nicht nur ein pflegerisches Problem, sondern auch ein rechtsmedizinisches.“ – Prof. Dr. Michael Tsokos

Fazit

Ein Lehrstück über die Verbindung von Pflegefehlern, medizinischer Begutachtung und forensischer Wahrheitssuche.

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