
Ein hochbetagter Patient mit schweren Dekubitusgeschwüren (umgangssprachlich: „Wundliegen“) stirbt unter ungeklärten Umständen. Der leichenschauende Arzt vermutet einen nicht natürlichen Tod.
Was ist ein Dekubitus?
Ein Dekubitus ist eine druckbedingte Schädigung der Haut und des darunterliegenden Gewebes. Er entsteht durch anhaltenden Druck, häufig bei bettlägerigen Personen.
Kategorien von Dekubitus:
- Kategorie 1: Hautrötung
- Kategorie 2: Teilverlust der Oberhaut
- Kategorie 3: Vollständiger Gewebeverlust, freiliegendes Fettgewebe
- Kategorie 4: Freiliegender Knochen, Muskel oder Sehne
Der Fall im Detail
Die Obduktion zeigt: Zwei schwere Dekubitusgeschwüre der Kategorie 3 im Gesäßbereich sowie ein weiteres Geschwür über dem Steißbein (Kategorie 4). Hinweise auf Mobilitätsstörungen, Diabetes oder arterielle Verschlusskrankheit werden ausgeschlossen.
Rechtsmedizinische Bedeutung
Dr. Tsokos erklärt, wie solche Wunden forensisch eingeordnet werden, worauf bei der rechtsmedizinischen Untersuchung geachtet wird und ob eine Sepsis als Todesursache in Frage kommt.
„Dekubitus ist nicht nur ein pflegerisches Problem, sondern auch ein rechtsmedizinisches.“ – Prof. Dr. Michael Tsokos
Fazit
Ein Lehrstück über die Verbindung von Pflegefehlern, medizinischer Begutachtung und forensischer Wahrheitssuche.