Drama bei Kindergeburtstag

Es ist fast schon trauriger Alltag: Wieder gibt es in den USA einen Mordanschlag mit mehreren Toten. In Colorado überfällt ein Mann eine Kindergeburtstagsfeier.

Ein Mann hat am Sonntag bei einer Geburtstagsparty im US-Bundesstaat Colorado sechs Menschen erschossen. Der Täter habe sich danach selbst das Leben genommen, teilte die Polizei von Colorado Springs mit. Bei der Polizei ging demnach am Morgen ein Notruf ein. Am Tatort, einer Anlage für Wohnwagen, fand sie sechs Erwachsene tot auf sowie den schwer verletzten Täter, der später im Krankenhaus starb.

Ersten Ermittlungen zufolge hatten sich Familien zu einer Geburtstagsfeier in einem Wohnwagen getroffen, als die Schüsse fielen. Der Täter sei der Freund einer Frau, die unter den Opfern sei. „Er ging rein und begann auf Menschen bei der Party zu schießen“, teilte die Polizei mit. Zum Motiv werde noch ermittelt. Keines der Kinder bei der Geburtstagsparty wurde demnach verletzt. Die bei der Feier anwesenden Kinder blieben den Angaben zufolge unverletzt und kamen in die Obhut von Verwandten.

Es war der dritte Schusswaffen-Angriff mit mehreren Opfern in Colorado Springs seit 2015. Mitte April hatte der Schusswaffenangriff auf ein Verteilerzentrum des Paketdienstes Fedex in der Großstadt Indianapolis mit acht Toten in den USA für Entsetzen gesorgt. US-Präsident Joe Biden erklärte danach: „Waffengewalt ist eine Seuche in Amerika.“ Er erinnerte an seine angekündigten Maßnahmen zur Eindämmung der Waffengewalt und forderte den Kongress erneut auf, weitergehende Beschränkungen des Waffenrechts zu erlassen.

Er geht mit einer neuen Vorschrift gegen die Verbreitung und den illegalen Einsatz von unregistrierten Waffen vor, die aus Baukästen zusammengesetzt werden können. Die sogenannten Geisterwaffen („ghost guns“) werden von bestehenden Regeln kaum erfasst und können einfach im Internet bestellt werden.

In den USA starben allein im vergangenen Jahr mehr als 43.000 Menschen durch Schusswaffen, gut die Hälfte davon sind Suizide. Trotz dieser Zahlen scheitern immer wieder Versuche einer Verschärfung des Waffenrechts am Widerstand der konservativen Republikaner und der mächtigen Waffenlobby.