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ERSTE IMPFSTOFF – ZULASSUNG BIS 29. DEZEMBER

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Kommt jetzt der Normales-Leben-Pass für alle Geimpften?

Endlich Hoffnung: Die Firmen BioNTech (Mainz) und Moderna (USA) haben gestern beide bei der EU ihre rettenden Impfstoffe zur Zulassung angemeldet.

JETZT könnte alles ganz schnell gehen.
Ein BioNTech-Sprecher:
„Wir haben auf Halde produziert und alles, was da ist, kann innerhalb von wenigen Stunden verteilt werden.“

Müssen Geimpfte sich dann nicht mehr an die Corona-Regeln halten?
Wird auch in Deutschland ein „Normales-Leben-Pass“ ausgegeben, wie ihn Englands Premier Boris Johnson bereits für Bürger plant, die entweder immun sind, weil sie Corona überstanden haben – oder eben, weil sie GEIMPFT worden sind?

Gesundheitsminister Jens Spahn (40, CDU) überraschte gestern im Deutschlandfunk mit einem Vorstoß:
Zwar werde man „staatlich KEINE Unterschiede machen“ zwischen Geimpften und Ungeimpften.

ABER, so Spahn:
Dass andere Länder eine Corona-Impfung verlangen, wenn Deutsche einreisen wollen, könne „niemand ausschließen“. Die Airline Qantas (Australien) will schon nur noch Passagiere mit Impfpass ins Land fliegen.

 

Immunitätsnachweis für Bars und Clubs

Spahn nennt zudem den gesamten Bereich des PRIVATEN Lebens in Deutschland:
Jeder könne sagen, „ich mache zu Hause ein Abendessen und es dürfen nur Leute kommen, die immun sind“ – hier werde der Staat sich nicht einmischen. Spahn: „Das ist Privatrecht!“

Das gibt auch Hoffnung für den Besuch von Gaststätten, Konzerten, Bars.
Denn: Wieso sollten Geimpfte (oder Corona-Genesene) sich dort nicht wieder ganz normal treffen können, wenn sie am Eingang nachweisen, dass von ihnen keine Gefahr ausgeht?

CSU-Gesundheitsexperte Stephan Pilsinger glaubt zwar nicht an einen „offiziellen Immunitätsnachweis durch den Staat“.
ABER: Es sei möglich, dass etwa Kinos und Clubs einen „Immunitätsnachweis von ihren Kunden einfordern werden“.

Dafür reiche im Zweifel auch der Impfpass mit Stempel – oder ein Attest.

Keine Sonderrechte für Geimpfte

Auch Wieland Schinnenburg (62, FDP) fordert für Deutschland:
„Menschen, bei denen ausreichend Antikörper gegen Covid-19 festgestellt werden, sollten Restaurants, Kultureinrichtungen und Sportveranstaltungen besuchen dürfen.“

Der Ethikrat, der Bundestag und Bundesregierung berät, hält dagegen. Es sei noch nicht endgültig bewiesen, ob Geimpfte tatsächlich keine Viren mehr weitertragen können, so Ethikrat-Chefin Prof. Alena Buyx (43)

„Sonderrechte oder Ausnahmen für Geimpfte“ seien zudem „eine Frage der solidarischen Gerechtigkeit: Wir als Gesellschaft treten zunächst zurück für diejenigen, von denen wir wollen, dass sie zuerst geimpft werden können. Dann gleichzeitig zuzusehen, wie sich diejenigen ganz anders verhalten können, wäre nicht ausgewogen.“

Auch im Alltag sei ein sinnvoller Umgang mit Impfnachweisen kaum praktikabel: „Wir werden Maßnahmen gegen die Pandemie, wie Maske und Abstand, noch eine ganze Weile brauchen, und man sieht Geimpften ja nicht in Bus und Bahn an, dass sie geimpft sind.“

Auch Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer (48, Grüne), der selbst im Rahmen einer Versuchsreihe bereits geimpft wurde, will „keine Sonderrechte für Geimpfte!“. Palmer
„Das würde zu einer Zwei-Klassen-Gesellschaft führen und dem Impf-Projekt schaden“, das auf Freiwilligkeit beruhe.

Der Straubinger Verwaltungsrechtsexperte Jürgen Linhart (46) widerspricht energisch: Moralisch und rechtlich sei es schwer zu erklären, wenn Grundrechte eingeschränkt bleiben für Menschen, die nachweislich KEINE Gefahr für das Gemeinwesen darstellen.

Linhart: Das Verbot eines „Immunitätsausweises“ würde die Einschränkung unserer Grundrechte zum Normalfall erheben – und nicht die Freiheit.

BILD – NTV

 

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