Geschichtslehrer bei Paris enthauptet – Terroranschlag

Geschichtslehrer bei Paris enthauptet – Terroranschlag

17. Oktober 2020 Aus Von cugastro

Geschichtslehrer nahe Paris enthauptet

MACRON: „EINDEUTIG ISLAMISTISCHER TERRORANSCHLAG“

Opfer hatte mit Schülern über Mohammed-Karikatur diskutiert
Augenzeugen: Täter rief „Allahu Akbar“

Neun Personen in Polizeigewahrsam

In der Nähe von Paris ist ein Lehrer auf der Straße enthauptet worden.
Der Vorfall ereignete sich am späten Freitagnachmittag in der Nähe einer Schule in Conflans-Sainte-Honorine nordwestlich von Paris. Nach Angaben von Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron (42) handelt es sich „eindeutig“ um einen „islamistischen Terroranschlag“.

Augenzeugen zufolge soll der Angreifer „Allahu Akbar“ (auf Arabisch: „Gott ist groß“) gerufen haben und mit einem Küchenmesser bewaffnet gewesen sein.
Diese Angaben werden derzeit geprüft.

Die Anti-Terror-Staatsanwaltschaft ermittelt den Angaben zufolge wegen „Mordes in Verbindung mit einem terroristischen Unternehmen“ und wegen einer „kriminellen terroristischen Vereinigung“.

Bei dem Opfer handelt es sich um Geschichtslehrer Samuel P. (47).
Er habe mit Schülern über Meinungsfreiheit diskutiert und im Unterricht Karikaturen des islamischen Propheten Mohammed gezeigt.
Das berichtet die Zeitung „Le Parisien“ unter Berufung auf Polizeikreise.

In sozialen Netzwerken soll der Familienvater nach dem Zeigen der Karikaturen Morddrohungen erhalten haben.

Polizei hat Täter erschossen

Der Attentäter, Medienberichten zufolge ein 18-jähriger Mann tschetschenischer Herkunft, sei wenige Minuten nach dem Angriff von Polizisten in der Avenue Roger Salengro erschossen worden.
Es hieß, dass er die Polizisten zuvor angegriffen habe.

Ein 30-jähriger Einwohner von Eragny in Val-d’Oise, der die Verfolgung des Täters beobachtet und gefilmt hat, berichtet: „Die Polizei schrie ihn mehrmals an: Halt an, die Waffe runter!“
In dem Video hört man auch, wie Polizisten den Täter dann erschießen.

Neun Personen festgenommen

Noch am Freitag wurden Durchsuchungen von der Polizei im Umfeld des Täters vorgenommen.
Dabei kam es auch zu festnahmen. Zunächst wurden die Eltern, ein Großvater und der Bruder (17) des Mörders in Gewahrsam genommen.

Im weiteren Verlauf der Ermittlungen kam es in der Nacht zum Samstag zu fünf weiteren Festnahmen, wie aus Justizkreisen zu erfahren war. Darunter laut dem französischen Sender BMFTV ein Mann, der ein Video veröffentlicht habe, in dem die Haltung des Geschichtslehrers kritisiert worden sei, ein Vater, der sich bei der Schulleitung über den Pädagogen beschwert habe, so wie drei weitere Personen aus der Region.

Bevor der 18-Jährige von der Polizei erschossen wurde, soll er „France Info“ zufolge ein Foto seiner Tat auf Twitter gepostet und behauptet haben, sie sei im Namen Allahs geschehen. Sicherheitskräften war der Mann nicht als Gefährder bekannt, auch anderweitig war er Behörden nicht aufgefallen.

Die Polizei war nach Ermittlerangaben zu der Schule nordwestlich der französischen Hauptstadt gerufen worden, weil Augenzeugen einen Verdächtigen in der Nähe beobachtet hatten. Als die Beamten vor Ort eintrafen, fanden sie die Leiche des Lehrers. Das berichtete die Nachrichtenagentur AFP.