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Mainz: Mann filmt Herzinfarkt-Einsatz – Polizei leitet Strafverfahren ein

Mainz - unerlaubtes Filmen - Polizei

Mann filmt Rettungseinsatz – Polizei schreitet ein

Am Donnerstag kam es gegen 13:15 Uhr in der Göttelmannstraße in Mainz zu einem medizinischen Notfall. Einsatzkräfte des Rettungsdienstes versorgten vor Ort eine Person mit dem Verdacht auf einen Herzinfarkt. Während die Helfer umgehend mit der Erstversorgung begannen, entwickelte sich zusätzlich eine problematische Situation durch einen unbeteiligten Mann.

Gaffer filmt hilflose Person während Einsatz

Der Mann näherte sich dem Einsatzgeschehen und fertigte mit seinem Smartphone Videoaufnahmen an. Dabei filmte er sowohl die eingesetzten Rettungskräfte als auch die betroffene Person, die sich zu diesem Zeitpunkt in einer offensichtlich hilflosen Lage befand. Mehrere Zeugen bemerkten das Verhalten und sprachen den Mann direkt an.

Die Anwesenden forderten ihn auf, das Filmen sofort zu unterlassen. Dennoch kam es in der Folge zu einer verbalen Auseinandersetzung zwischen dem Mann und den Zeugen.

Polizei überprüft Videoaufnahmen

Eine hinzugezogene Streifenwagenbesatzung kontrollierte die Situation vor Ort. Mit Einverständnis des Mannes sichteten die Beamten die Videoaufnahmen auf seinem Smartphone. Dabei stellten sie fest, dass die betroffene Person eindeutig identifizierbar war, während sie medizinisch versorgt wurde.

Die Polizei leitete daraufhin ein Ermittlungsverfahren ein. Es besteht der Anfangsverdacht einer Straftat nach § 201a Strafgesetzbuch – Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch Bildaufnahmen.

Filmen von Notfällen ist strafbar

Die Polizei weist ausdrücklich darauf hin, dass bereits das Anfertigen von Aufnahmen hilfloser Personen strafbar sein kann. Wer solche Situationen filmt oder fotografiert, verletzt nicht nur die Persönlichkeitsrechte der Betroffenen, sondern muss auch mit erheblichen strafrechtlichen Konsequenzen rechnen.

Insbesondere bei medizinischen Notfällen sollten Schaulustige Abstand halten und den Einsatzkräften ihre Arbeit ermöglichen. Jede Störung kann wertvolle Zeit kosten und im schlimmsten Fall Menschenleben gefährden.

Weitere Informationen

Weitere aktuelle Meldungen findest Du auch in unserer Rubrik News sowie im Bereich Deutschland. Hinweise zum richtigen Verhalten an Einsatzstellen gibt auch die Polizei Rheinland-Pfalz.

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