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Strafverfahren gegen die Betreiber des Darknet-Marktplatzes „DarkMarket“

Strafverfahren gegen die Betreiber des Darknet-Marktplatzes „DarkMarket“

Landeszentralstelle Cybercrime der Generalstaatsanwaltschaft Koblenz erhebt Anklage gegen zwei Tatverdächtige

Die Landeszentralstelle Cybercrime (LZC) der Generalstaatsanwaltschaft Koblenz, hat gegen ein australisches Ehepaar im Alter von 32 und 34 Jahren Anklage zur großen Strafkammer des Landgerichts Trier erhoben.

Den Angeschuldigten wird nach dem Ergebnis der von der Zentralen Kriminalinspektion (ZKI) Oldenburg geführten Ermittlungen Folgendes zur Last gelegt:

Die Angeschuldigten betrieben gemeinsam mit weiteren, bisher nicht identifizierten Mittätern den Darknet-Marktplatz „DarkMarket“, bei dem es sich zum Zeitpunkt seiner Abschaltung am 11.01.2021 mit rund 500.000 Nutzern und mehr als 2.400 Verkäufern (Vendoren) um einen der weltweit größten illegalen Marktplätze im Darknet handelte. Auf „DarkMarket“ wurde mit illegalen Drogen aller Art, Falschgeld, gestohlenen oder gefälschten Kreditkarten, Schadsoftware und vielen weiteren illegalen Waren gehandelt.

Der männliche Angeschuldigte war der Administrator des Marktplatzes, der die Verkäufer für die Nutzung freischaltete, die Tätigkeiten der Mittäter überwachte und diese für ihre Dienste bezahlte. Die weibliche Angeschuldigte war für das Design des Marktplatzes und die Schlichtung von Streitigkeiten zwischen den Verkäufern und deren Kunden zuständig. Die Bezahlung der auf „DarkMarket“ gehandelten illegalen Waren (vor allem Drogen) erfolgte auf elektronischen Geldbörsen (Wallets) der Angeschuldigten. Nach Einbehaltung einer Provision von zunächst 4 %, später 5 % zahlten die Angeschuldigten die Verkaufserlöse an die Verkäufer aus. Insgesamt wurden über den Marktplatz mindestens 320.000 Geschäfte abgewickelt und mehr als 4.650 Bitcoin sowie 12.800 Monero, zwei der gängigsten Kryptowährungen, umgesetzt. Das entsprach nach dem Kurs zum Zeitpunkt der Abschaltung des Marktplatzes einer Summe von mehr als 140 Millionen Euro.

In der auf Drogengeschäfte beschränkten Anklageschrift wird den Angeschuldigten zur Last gelegt, in der Zeit vom 15.07.2019 bis zum 10.01.2021 insgesamt 1.499 Verkäufer auf dem Marktplatz freigeschaltet und dadurch zu deren 172.562 Drogengeschäften Beihilfe geleistet zu haben. In 8.791 der Fälle wurde mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge gemäß § 29a Abs. 1 Nr. 2 BtMG gehandelt.

Die Anklage wirft den Angeschuldigten ferner vor, am 10.01.2021 aus Dänemark 1.023 Tabletten des dem BtMG unterfallenden synthetischen Opiats Oxycodon eingeführt und hierbei zugriffsbereit ein Butterfly-Messer mit sich geführt zu haben.

Die Einfuhr von Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge mit Waffen ist nach § 30a Abs. 2 Nr. 2 BtMG mit einer Mindeststrafe von 5 Jahren bedroht. Die Beihilfe zum Handeltreiben mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge wird in jedem Einzelfall mit Freiheitsstrafe von 3 Monaten bis zu 11 Jahren und 3 Monaten bestraft.

Die Angeschuldigten wurden am 10.01.2021 bzw. 27.01.2021 nach ihrer Einreise aus Dänemark festgenommen und befinden sich seither in Untersuchungshaft.

Im Rahmen der umfangreichen Ermittlungen wurden unter anderem die Server des Marktplatzes in der Ukraine und in Moldawien sichergestellt und von der ZKI Oldenburg ausgewertet.

Die Angeschuldigten haben sich bisher nicht zur Sache eingelassen.

Die Anklage ist zur großen Strafkammer des Landgerichts Trier erhoben worden, weil das Gericht für einen der auf DarkMarket tätigen Verkäufer und damit auch für die Beihilfehandlungen der Angeschuldigten örtlich zuständig ist. Das Landgericht Trier hat über die Eröffnung des Verfahrens noch nicht entschieden. Ein Termin für die Hauptverhandlung steht daher noch nicht fest. 

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